Abstracts der Teilprojekte "Stadtforschung"

Anne Winckler

"Auf Pilgerpfaden unterwegs in Frankfurt"

Europäische Zentralbank vom Main aus gesehen
Europäische Zentralbank vom Main aus gesehen

In diesem Beitrag bewegen wir uns auf Pilgerspuren längst vergangener Tage und gehen dabei der Frage nach, wie es sich anfühlt, in einem durch die moderne Geschäftswelt geprägten Frankfurt der Gegenwart einer versunkenen Zeit zu begegnen. Wir wandern im Frankfurter Stadtgebiet ein Stück auf dem Weg, den der Prozessionszug mit dem Leichnam des Heiligen Bonifatius im Jahr 754 n. Christus von Mainz nach Fulda genommen hat. Außerdem sind wir auf den Spuren der Jakobspilger unterwegs, die sich beginnend mit dem 11. Jahrhundert n. Christus von Osten oder Norden kommend, zum Grab des heiligen Jakobus in Santiago di Compostela aufgemacht haben. Dabei lernen wir die beiden Heiligen ein wenig kennen und erfahren ob und inwieweit sie heute noch im Frankfurter Stadtbild präsent sind. Mit der U-Bahn und zu Fuß bewegen wir uns im Großstadtdschungel, während unsere Fantasie in die Lebenswelten unserer Ahnen eintaucht.

Frankfurt Skyline vom Main aus gesehen
Frankfurt Skyline vom Main aus gesehen

Eigentlich unvorstellbar, dass im Retortenstadtteil Riedberg, Anfang des 21. Jahrhunderts aus dem Boden gestampft, Verbindungen geknüpft werden, die mehr als 1250 Jahre zurück reichen in die Zeit, als der Leichnam eines Heiligen zur letzten Ruhestätte getragen wurde.

Den Jakobsweg wiederum bringt uns Johann Wolfgang Goethe ein Stück näher, in dieser Stadt vor mehr als 250 Jahren geboren. Er hat die ehemalige Pilgerherberge ‚Compostel‘ am Mainufer noch gesehen und in seinem Werk ‚Dichtung und Wahrheit‘ beschrieben.

Sie haben Zweifel, ob man auf Pilgerpfaden in einer Stadt wie Frankfurt unterwegs sein kann?
Machen Sie sich mit uns auf den Weg und kommen sich am Ende vielleicht dabei selbst ein Stück näher.

Iris Saalmüller

Die Stadt in der Stadt – Messen in Frankfurt

“Torhaus – das Tor zur Welt”, Quelle: Saalmüller

Ist es nicht ein Widerspruch? Auf der einen Seite steht die Messe in Frankfurt für eine internationale Institution, in der sich die Marktteilnehmer der unterschiedlichsten Branchen aus der ganzen Welt ihr Stelldichein geben. Ja, Messen sind Orte der Begegnung, des internationalen Austauschs und stellen Transparenz über die Angebote ihrer Aussteller für die aus aller Welt angereisten Besucher her.

Die Festhalle hinter Gittern – Quelle: Saalmüller
Die Festhalle hinter Gittern – Quelle: Saalmüller

Andererseits: Befindet man sich als Frankfurter Bürger direkt vor dem großen innerstädtischen annähernd 600.000 qm großen Messegelände, das einer Größe von ca. 83 Fußballfeldern entspricht, wirkt dies hermetisch abgeschirmt. Der Messeplatz mit seinen ausgezeichneten und teilweise prämierten Bauwerken erscheint einem als eingefriedete Trutzburg. Hohe Zäune verwehren den Eintritt oder die Gebäude sind direkt so auf die Grundstücksgrenze gesetzt, dass sie keine Einsicht gewähren. Mit Ausnahme zur ehrwürdigen Festhalle mit ihren Konzerten, Show- und Sportveranstaltungen sowie zu Besuchertagen, und das auch nur bei einigen wenigen ausgewählten Messeveranstaltungen, haben Frankfurter kaum Zugang zu Messeplatz und Messegeschehen.

Das war nicht immer so. Ein Blick zurück in die Geschichte lässt die Unterschiede der Märkte und Messen von damals zu dem heutigen ‚Marketinginstrument Messe‘ als Antwort auf die jeweiligen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, zunächst nur in Umrissen, dann mit zunehmender Deutlichkeit, gut erkennen.