6. Januar 2025: Epiphanias oder Tag der Heiligen Drei Könige
Es ist der 6. Januar, der Tag der Heiligen Drei Könige oder auch der drei Weisen aus dem Morgenland. Der Stern von Bethlehem leuchtete – wie es im Matthäus-Evangelium erzählt wird. Die gelehrten Sterndeuter folgten einem besonderen Stern, der sie nach Bethlehem führte. Sie fanden das neugeborene Jesuskind in einem Stall und erkannten in ihm den Sohn Gottes. Als Zeichen ihrer Verehrung brachten sie drei kostbare Geschenke: Gold (für einen König), Weihrauch (für Gott) und Myrrhe /für den leidenden Menschen).
Epiphanias ist der kirchliche Tag der „Erscheinung des Herrn“, weil sich Gott hier erstmals der ganzen Welt offenbarte. Erst im Mittelalter erhielten diese Weisen drei heute bekannten Namen Caspar, Melchior und Balthasar. Sie repräsentierten die drei damals bekannten Kontinente Afrika, Asien und Europa. Sie repräsentierten auch die drei Lebensalter: Jung, Alt, Greis.(Bild: „Anbetung der Könige“ Städelmuseum)
Heute ziehen Kinder als Könige verkleidet von Haus zu Haus. Sie sammeln Spenden für Notleidende und schreibenden Segen C+M+B – „Christus Mansionem Benedictat“ – Christus segne dieses Haus an die Türen.
Über den Tellerrand geschaut:
In Island markiert der 6. Januar das Ende der Weihnachtszeit, an dem laut Legenden die 13 Weihnachtsgesellen wieder in die Berge zurückkehren. International wird an diesem Tag auch das Schicksal von Kindern aufmerksam gemacht, die im Krieg ihre Eltern verloren haben.
Epiphanias und Kulturgeschichte
Der 6. Januar hat die europäische Kulturgeschichte über Jahrhunderte geprägt. Besonders das Motiv der „Anbetung der Könige“ (Adoration of the Magi) zählt zu den am häufigsten dargestellten Szenen der Kunstgeschichte. Fast jeder große Meister der Renaissance und des Barock hat dieses Thema verewigt: So auch Leonardo da Vinci: Seine unvollendete Anbetung der Könige (Uffizi, Florenz) ist berühmt für ihre komplexe Komposition und Dynamik. Oder auch Sandro Botticelli: Er malte mehrere Versionen; die bekannteste (1475) enthält Portraits der Familie Medici.
Albrecht Dürer: Sein Altarbild (1504) gilt als Meisterwerk des deutschen Humanismus. Im Städelmuseum findet man die Geschichte zu seinem „Heller-Altar„. Auch Hieronymus Bosch zeigt im Triptychon „Die Anbetung der Könige“ eine Szene in einer für ihn typischen, rätselhaften und symbolträchtigen Landschaft. Gentile da Fabriano und sein prunkvoller Altar (1423) „Adoration of the Magi“ ist eines der prächtigsten Beispiel der internationalen Gotik.
Hieronymus Bosch besprachen wir auch in unserem Beitrag L’Invisible an der Oper Frankfurt – Die Zerbrechlichkeit des Paradieses. Das berühmte Gemälde „Im Garten der Lüste„ von Hieronymus Bosch oder das Bild „Paradiesgärtlein“ im Städel Museum Frankfurt zeigen eine idyllische Welt voller Schönheit. Doch Bosch deutet bereits die Vergänglichkeit dieses Paradieses an – es ist eine fragile, trügerische Vision, die jederzeit verloren gehen kann.
William Shakespeare – „Was ihr wollt“ (Twelth Night): Der englische Titel bezieht sich direkt auf die „zwölfte Nacht“ nach Weihnachten, also den Vorabend des 6. Januars. Das Stück wurde vermutlich für die Festlichkeiten zu diesem Datum verfasst. In Frankfurt bietet das Stück die Dramatische Bühne im August 2026. Johann Wolfgang von Goethe schrieb das Gedicht Epiphanias, das die Legende der drei Könige humorvoll parodiert. Noch heute führt die Waldorfschule das Dreikönigsspiel auf. Seit dem Mittelalter und der Frühen Neuzeit waren geistliche Spiele verbreitet, die den Weg der Weisen darstellten.
Musik und Oper
Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium widmet den gesamten VI. Teil dem Fest der Erscheinung am 6. Januar und erzählt die Geschichte der Weisen. Hugo Wolf vertonte Goethes bereits erwähntes Epiphanias-Gedicht als humorvolles Lied, das oft von drei Sängern in Kostümen aufgeführt wurde.
Auch die Oper kommt nicht zu kurz. Gian Carolo Menotti- „Amahl and the Night Visitors“ speziell für das Fernsehen geschriebene Oper (1951) handelt von einem gelähmten Jungen, der den drei Königen auf ihrem Weg nach Bethlehem begegnet. Und Hector Berlioz schrieb ein Oratorium „L’enfant du Christ„, das unter anderem die Flucht nach Ägypten und die Anbetung thematisiert.
Schauen wir nach Frankfurt: Dort ist der 6. Januar auch heute noch ein fester Termin für festliche Gottesdienst im Kaiserdom St. Bartholomäus, bei denen oft kirchenmusikalische Werke von Bach du Telemann erklingen.
Herzlichen Dank an das Städelmuseum, Digitale Sammlung, an KI-Bilderstellung und wieder einmal Pixabay für die Möglichkeit der Illustrierung des Textes mit entsprechenden Bildern. Danke für Ihren Kommentar dazu! Gerne würden wir auch auf Ihre Bildimpressionen zurückgreifen.
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