Auf unsere Frage nach einer Fortsetzung nach der XXVI. Folge (KK Ritter und Paula Pechstein treffen sich im Städelmuseum bei der Carl Schuch Ausstellung) unserer Schreibwerkstatt und den zusammenfassenden „Abstracts“ im UniWehrsEL gab es Anregungen. Die betrafen den potentiellen Täter oder Täterin – Favoriten sind Literaturwissenschaftlerin Elfriede und Möchtegern Strahlemann, – mal scheint es, als ob Burn, dann wieder Ritter, zunehmend selbst in das Visier der Opfer-Täter treten würden. Beide kommen wohl durch ihre intensiven Ermittlungen, bei Burn zudem Opernkenntnisse, dem Frankfurt-Mörder zu nahe. Eine gewünschte Fortsetzung bis zum Teil XXX (ein runder Abschluss) oder eine potentielle Ruhepause, der sich immer mehr auseinander lebenden Ermittler Ritter und Burn, hält sich die Waage. Die Nachfrage nach den favorisierten Beiträgen ergab bisher „Toast Hawaii“, „Kulturmeile“ und „Holzhausenschlösschen“.

Ein wildes Ducheinander entstand im Operncafé, als gleichzeitig ein Toast Hawaii gegessen und ein Toast ausgesprochen wurde. Wie im Chor klang durch das Operncafé: „Ein Toast! Ein Sturz! Ein Tod!“ Der Duft von geschmolzenem Käse lag schwer in der Luft. Burn wirkte verzückt, lauschte im Hintergrund einem leisen Gongschlag und erkannte: „Kommissar… erkennen Sie es nicht? Das ist kein Mord. Das ist eine Tragödie in Es(s)-Dur.“

Im Januar 2026 wurde die geplante „Kulturmeile“ (Teil XXV) in die Handlung der Schreibwerkstatt „Tatort Frankfurt und die Magie der Musik“ eingeführt. Denn dort wurde erneut eine verkleidete Tote gefunden. Ein wesentlicher Teil der Frage nach dem Motiv galt den städtebaulichen Veränderungen in Frankfurt. Immer wieder erwähnt waren Auffälligkeiten im Zusammenhang mit den

Ermittlungen im Holzhausenschlösschen (VII). In den Fokus des Ermittlerteams Burn und Ritter tritt zunehmend der Tenor und „Möchtegern-Regisseur“ Strahlemann. Seine Erscheinung zwingt Ritter und Burn immer wieder zu einer Zusammenarbeit, von der die beiden immer weniger überzeugt sind.
Eingefügt Szene I. N.:Bei Kommissar Ritter und Opernkenner I. Burn erwachsen innere Zweifel an der gemeinsamen Arbeit bei der Auflösung der Fälle. Burns Zweifel gelten der Figur des Kommissars Ritter, dessen Zweifel gelten wiederum der Figur I. Burns, genährt durch die Einflüsterungen der Klatschreporterin Paula Pechstein. Statt der Aufklärung näher zu kommen, wird eine generelle Skepsis an der Aufklärbarkeit der Frankfurter Opernmorde und den Tatermittlern selbst generell immer greifbarer.
Unterdessen hatten sich nicht nur die Drohungen gegen die Diva Maria Bellini verdichtet, sondern nun scheint der Täter tatsächlich wieder zugeschlagen zu haben (Stichwort Kulturmeile Teil XXV).
Eingefügte Szene I. N.: Es scheint so, als ob der 6. Januar 2026, einen weiteren zeitlichen Höhepunkt nicht nur der Erzählung, sondern auch der Spannungen zwischen Kommissar, Opernkenner, Theaterwissenschaftlerin Elfried, und Klatschreporterin Pechstein markiert.

An Epiphanias(Beitrag UniWehrsEL zum 6. Januar) brennt die Luft im Kommissariat von Kommissar Ritter, weniger dem Weihrauch geschuldet, als der Anwesenheit von einem arroganten Opernkenner Burn, der scharfzüngigen Literaturkennerin Elfriede und der wie immer indiskreten Klatschreporterin Pechstein.
Draußen ziehen die Sternensänger durch die Straßen, drinnen wird schmutzige Wäsche gewaschen, was nach einem alten Aberglauben in der Zeit der Raunächte unbedingt vermieden werden sollte.
Ritter nutzt den Feiertag als Tarnung. Während alle Welt C+M+B an die Türen fremder Menschen schreibt, markiert er diskret Fluchtwege und Beweisstücke mit UV-Stift. Er fühlt sich als der einzige kühle und kluge Kopf in der Runde, dessen Aufgabe es ist, die Egos im Raum zu bändigen.
Burn ist felsenfest davon überzeugt, der Mörder hält sich für einen „König“ und dementsprechend ist dessen Verhalten. Jetzt täte man gut daran, im übertragenen Sinne, die Goldvorräte der Frankfurter Juweliere zu observieren. Denn Burn wittert einen Showdown im (Gold-)Rausch, der etwas mit den Frankfurter Opernmorden und dem einem größenwahnsinnigen Täter(in) zu tun hat.
Claudia Elfriede hat wieder einmal die Führungsrolle übernommen und liest den Anwesenden die Leviten. Das verbindet sieinhaltlich mit dem Zitieren von berühmten Klassikern aus der Welt- und Opernliteratur. Was immer da in Frankfurt geschehen ist, sie vergleicht es mit einem „schlecht geschriebenen Krimi“ und den Täter hält sie „für einen Stümper“. Sie hat Tage damit verbracht, die Ermittlungsprotokolle nach Grammatikfehlern zu durchforsten und diverse Erpresserbriefe „stilistisch als misslungen“ zu deklarieren.
Paula Pechstein wartet noch immer auf den großen Skandal, an dem sie selbst groß herauskommt. Epiphanias ist für sie der Tag der „Erscheinung des Herrn“ – am liebsten die Erscheinung eines prominenten Täters, in den Armen einer noch viel prominenteren Diva, mit der er eine Affäre hat, die Pechstein gekonnt aufdeckt. Ihr Teleobjektiv ist schon in Bereitschaft, scharf gestellt.
Eingefügte Szene U. W.: Das gegenseitige Misstrauen hält diese vier Menschen, die unterschiedlich nicht sein könnten, zusammen. Eigentlich halten sie gegenseitig recht wenig von ihren Fähigkeiten. Das „Ritterdasein“ ist für Elfriede nur makulatur. Heimlich vergleicht sie Ritter mit einem „Fehldruck“, einem Druck, der schadhaft oder fehlerhaft geworden ist und somit zumindest in seiner Rolle als Kommissar wertlos geworden ist.

Pechstein findet Ritter zwar „interessant“, aber irgendwie auch so „ritterlike“ wie ein Don Quijote, der mit seiner Lanze Windmühlen bekämpfen möchte (den kennt sie auch aus einem Beitrag von einer Inszenierung im Schauspiel Frankfurt mit dem Vergleich der Massenpsychologie).
Burn hält Elfriede für eine Blenderin und ihre literarischen Expertisen vergleicht er ironisch mit dem „Fälschen von Testamenten“ – gewollt, aber nicht gekonnt. Er vermutet sogar, dass Elfriede die anonymen Leserbriefe schreibt, die Pechsteins Klatschkolumne als „ästhetischen Abfall“ bezeichnen.
Ritter weiß über Pechstein, dass sie für einen Erfolg alles gäbe, sogar ihre Informanten mit selbstgebackenen, leider ungenießbaren, Keksen zu bestechen. Er hält sie im Grunde genommen für

eine ‚Falsche Schlange‘, die jedem Misstrauen über den anderen ‚einzischeln‘ will. Ihre ‚gut recherchierten Quellen‘ bezieht sie – seiner Meinung nach – aus den „exklusiven Quellen des örtlichen Frisörsalons“.
Burn halten sie insgeheim alle für einen ausgemachten Blender. Elfriede findet ihn zwar recht attraktiv, aber irgendwie alle seine geäußerten Verdachtsmomente wie von einem „Sherlock für Arme“ stammend. Pechstein traut ihm jegliche Affäre zu, denn sie hält ihn für völlig skrupellos, gerne würde sie ihn auf frischer Tat mit irgend einer Diva ertappen, damit sie endlich ihre Schlagzeile hätte.
Eingefügt Szene E. W.: In diesem Moment klopft es an die Tür. Burn zückt gedanklich seine Lupe, Ritter sein Schwert, Elfriede ihr Lexikon und Pechstein die Kamera. Herein kommen drei als Kinder verkleidete Personen.
„Der Täter! ruft Ritter.
„Ein Plagiat der heiligen drei Könige!“ schnaubt Elfriede.
„Gibt es ein Foto von den mitgebrachten Schätzen?“ brüllt Pechstein gierig.
Burn seufzt, die drei verkleideten Gestalten mit der Hand hinaus wedelnd. „Leute, wenn wir den Täter oder die Täterin finden wollen, müssen wir aufhören, uns gegenseitig zu bespitzeln. Zumindest bis morgen, denn da ist endgültig der große Showdown geplant!“

Und wie auf das Stichwort erklingt eine unheilvolle Musik von der Straße her durch das gerade von KK Ritter geöffnete Fenster. Burn erkennt die Melodie sofort: „Das ist Giacomo Puccini „Tosca“ aus dem 2. Akt!“ Während Ritter ganz bleich wird, ergänzt Elfriede: „Das ist die Szene im Büro des Polizeichefs Scarpia. Der Inbegriff einer Verhör-Situation – opernhaft, düster, bedrohlich und voller psychologischem Druck …“.
So, liebe Werkstattschreibende: Die Suche geht weiter, während sich herausstellt, dass ausgerechnet Strahlemann, ihrer aller Hauptverdächtiger, zumindest für heute ein Alibi zu haben scheint. Er wurde beim Segnen von Haustüren in der Neuen Altstadt gesichtet. Nun also, wer kann sich so verstellen, dass Keiner in ihr oder ihm den Mörder oder die Mörderin vermutet? Wie gesagt, der Showdown läuft und der Lösung kommen wir immer näher! Und welche Bedeutung hat diese Musik im Kontext unserer vier Protagonisten?

