Du betrachtest gerade XVIII „Tatort Frankfurt. Welche Rolle spielt die Magie der Musik?“ Schauplatz Kriminalmuseum

Was in der letzten Folge geschah: XVII. Ritter grübelte im Polizeipräsidium: Wurde vielleicht an dem Möchtegern Regisseur Strahlemann ein Exempel statuiert, weil eine Person eifersüchtig auf ihn war? Die Literatur- und Theaterwissenschaftlerin Claudia Elfriede, die er seit Wochen suchte, taucht im Kriminalmuseum plötzlich wieder auf. Ritter flieht vor ihr …

Eingefügte Szene U. W.: Hinter den dicken Mauern des Polizeipräsidiums verbirgt sich ein Ort, den nur wenige betreten: das Kriminalmuseum Frankfurt. Auf mehr als 200 m², in 30 Vitrinen, liegen die originalen Beweisstücke der dunkelsten Fälle der Frankfurter Geschichte. Hier kann man die Spuren des berüchtigten Hammermörders sehen, der 1990 sechs Obdachlose mit einem Hammer tötete und sich nach seiner Verhaftung erhängte – ein Bild, das selbst erfahrene Ermittler erschaudern lässt.

Das Museum, einst reine Lehrmittelsammlung für die Ausbildung von Polizisten, ist heute für alle Interessierten geöffnet. Das Team um Polizeioberkommissar Hartmut Preßler führt fachkundig durch die Räume und schließt mit einer Filmvorführung, die das Verhör des Hammermörders zeigt.

Für diese Person ist das Kriminalmuseum mehr als ein Ausstellungsraum – es ist ein Ort, an dem er die Abgründe menschlichen Verhaltens hautnah studieren kann, um sich neue Inspirationen zu holen. Während er durch die dunklen Gänge schreitet, spürt er das Kribbeln, das jede Ermittlung in seine Richtung bei ihm auslöst: Die Vergangenheit flüstert, die Gegenwart wartet, und das nächste Rätsel liegt nur einen Schritt entfernt.

eingefügte Szene K. B.: Im langen Mantel, mit dunkler Perrücke getarnt, betritt sie das Museum, der Schlüssel klimpert in ihrer Hand. Das Licht fällt auf Vitrinen voller Handschellen, Schmuggelbehältnisse und makabrer Kuriositäten.

Plötzlich hört sie ein Rascheln hinter einer Vitrine. Sie dreht sich um, spürt, wie ihr Herz schneller schlägt. Er beschließt, das Museum im Schnellschritt zu durchqueren, um die Gedanken zu ordnen.

Rasch läuft sie an Vitrinen vorbei, in denen alte Fälschungswerkzeuge, eine „Marmeladepistole“ und ein Balsaholz‑Gewehr ausgestellt sind. An einer Wand hängt ein großformatiges Foto von Rosemarie Nitribitt (1957) und daneben das Filmplakat von 1958 mit Nadja Tiller und später des 1996 erschienenen Das Mädchen Rosemarie mit Nina Hoss.

„Was für ein gelungenes Vorbild für meine Inszenierungen,“, denkt sie und runzelt die Stirne. „Vielleicht sollte ich mich einfach einer Führung anschließen, ganz harmlose Fragen stellen und dabei in mein Notizbuch eifrig schreiben.“

Gesagt, getan, unauffällig mischt sie sich in die Gruppe und fragt Preßler, der wie immer fachkundig durch die Räume führt: „Hallo, Herr Kommissar. Erinnern Sie sich vielleicht an den Bericht über die Sonderausstellung von 2008 im Kinomuseum Frankfurt? Sie hatten damals einen ausführlichen Bericht über die Eröffnung der Sonderausstellung gegeben. Im Detail über Rosemarie Nitribitt und ihren Bezug zu Frankfurt … “ (innerlich schmunzelt sie, „er hat mich nicht erkannt, Donnerwetter, Ich bin wirklich gut!“)

Sie rückt näher an ihn heran, spielt mit ihrem langen Haar: „Ich erinnere mich noch genau an ihre Worte, sie erzählten, der Ausstellungtitel war Alles über Rosemarie. Dort gab es die Originaldokumente des Produzenten Luggi Waldleitner zu sehen: Vernehmungsprotokolle, Taschenkalender, Postkarten von Verehrern. Die Ausstellung war ein echter Publikumsmagnet. Haben Sie nicht auch das Gefühl, dass es Parallelen zu den heutigen Morden geben könnte?“

Preßler fährt herum, ist erstaunt, wer ihn da unterbricht, kann sie aber nicht einordnen.

Sie ist begeistert, freut sich ihn auf eine Fährte zu locken, die er vielleicht später sogar an die Ermittler Kommissar Ritter und I. Burn weiter erzählen wird (er muss innerlich laut lachen) und als seine eigene ausgeben: „Der Mörder nutzt das Bild von Nitribitt, das wir alle kennen, und verbindet es mit dem Film. über sie. Er will, dass wir die Symbolik sehen: die verführerische Kurtisane, das Opfer der Gesellschaft, die Rache.“

Sie ist begeistert, vorher hinter einer Vitrine den alten CD-Player versteckt zu haben, sie startet ihn mit der Fernbedienung und kommentiert, sich als sehr erschrocken darstellend:.“Um Himmels Willen hören Sie doch nur, das ist doch die die gleiche Melodie, die bei der Ausstellung zu hören war, sie haben uns das doch genau erklärt – das Stück aus Rigoletto gemixt mit Pretty Woman aus dem aktuellen Musical an der Alten Oper. – das gemeinsame ist, dass es immer um eine Prostituierte“ geht, oder jemanden, der Frauen nur als solche einzustufen scheint … .Gab es da nicht auch den sogenannten Carmenmord in der Neuen Frankfurter Altstadt,

wo die Musik auch eine Rolle spielte, auch so eine Frau, die die Männer an der Nase herumführte …“ (sie lacht schrill).

Preßler ist völlig irritiert und stammelt: „Was zum…? Das klingt für mich wie Werbung, nicht wie ein Hinweis. Aber Moment mal … bleiben Sie mal stehen … „. Er greift nach ihr, erwischt sie bei den langen Haaren und hält erschrocken eine Perrücke in der Hand. Hinter sich sieht er nur noch einen wehenden Mantel und hört ein höhnisches Lachen.

Eingefügte Szene A. W.: Den völlig verschreckten Führer im Kriminalmuseum trifft Opernkenner I. Burn, der unerwartet in diesem Moment auftaucht und den Polizeioberkommissar Preßler samt Perücke erstaunt anstarrt: „Preßler tragen sie neuerdings ihr Haar in der Hand?“

Preßler ist konsterniert, versteht garnichts. Weist nur mit dem Finger in Richtung Musik, die noch immer durch den Raum hallt.

Burn lacht: „Liebe Güte Preßler, sind sie jetzt unter die Opernfans gegangen, oder wollen Sie eine Verbindung zwischen der Nitribitt mit ihren zahlreichen Liebhabern und der Gilda in Verdis Rigoletto dem Publikum hier bieten? Dieses abgelegten Liebchen des Herzogs, das zu keiner Zeit, eine Chance auf eine Ehe hatte, dem für das Kloster die Mitgift fehlte und der eigentlich nur noch der Weg in die Prostitution blieb? Selbst umbringen darf sie sich als Katholiken in dieser ausweglosen Situation nicht, und da bietet sich ihr die einmalige Chance, ihr ruiniertes Leben zu beenden, ohne selbst Hand an sich legen zu müssen, und zugleich noch den Mann zu retten, den sie sicher noch liebt.“

Und in diesem Moment kommt auch noch Claudia Elfriede um die Ecke. I. Burn ruft erstaunt aus: „Wo kommen Sie denn plötzlich her?“ Elfriede stellt sich neben ihn und Preßler. „Ich habe ihre letzten Worte verstanden und die Musik von Pretty Woman gehört, dazwischen Rigoletto … und das vor der Nitribittausstellung, … was für eine wilde Mischung, quer durch die Musikwelt. Ich will mir darauf einen Reim machen. Also passen Sie mal genau auf,“ Sie wirkt ein wenig hysterisch, ihre Augen blitzen wild, ihr Haar ist völlig verwuschelt und steht nach allen Richtungen ab.

So liebe Leser und Leserinnen und Schreiber und Schreiberinnen, jetzt gehen wir langsam in die Endrunde. Haben Sie eine Idee, wer „Sie“ sein könnte, die alle an der Nase herumführen will, oder ist es ein verkleideter „Er“, der überall raffinierte Spuren gelegt hat? Warum ist I. Burn wieder einmal wie deus ex machina aufgetaucht? Und finden Sie es nicht auch auffällig, dass der „Opernmörder“ (oder ist das etwa eine Frau), quasi mit dem Finger auf Huren, Kurtisanen, Prostiutierte hinzuweisen scheint?

  • Beitrags-Kategorie:Alltagskultur / Blog
  • Beitrag zuletzt geändert am:30. November 2025
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