An der KI kommt selbst ein Hund nicht vorbei. Denn gerade kann man die gute Nachricht überall nachlesen, dass das Uniklinikum Würzburg auf den (Roboter-)hund gekommen sei. Ursprünglich als helfende „ANImals“ für Ölplattformen etc. entwickelt, soll die weiterentwickelte Roboterhündin namens „HELIA“ („helfender Roboter im Klinikalltag“) künftig das Personal der Hautklinik unterstützen.
Noch wirkt er ein wenig staksig, der robotische Hund, der in einem Forschungsprojekt am Uniklinikum Würzburg (UKW) untersuchte und gemeinsam mit dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT), dem FZI Forschungszentrum Informatik und dem Forschungszentrum Jülich (FZJ) entwickelte Assistenzhund. Helia wird darauf trainiert mündliche Anweisungen autorisierter Fachkräfte zu verstehen, Visiten zu begleiten, Befunde zu dokumentieren. Irgendwann wird er auch selbstständig Mess- und Dokumentationsaufgaben übernehmen.

Foto: Kim Sammet / UKW
Sein Einsatzgebiet in der Hautklinik setzt Training und Programmierung sprachlicher Interaktion voraus. Im Rahmen der Fördermaßnahme „Natürlichsprachliche Integration von Robotik in Gesundheitseinrichtungen (NLP.bot) des Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) wird das Projekt mit insgesamt 1,78 Millionen Euro gefördert.
HELIA hat noch sehr viel von einem ganz jungen Hund an sich, wirkt ungelenk und staksig, ist auch recht lautstark klackend auf dem Klinikboden und, anders als seine lebenden außerklinischen Artgenossen, wird er durch Impulse der Fernsteuerung gelenkt. Auf der Station H21/22 der Hautklinik am Uniklinikum Würzburg (UKW) liebt man die rote Roboterhündin mit den silbernen Beinchen trotzdem sehr. Ihr Name ist Programm HELIA steht für „Helfender Roboter im Klinikalltag“. Wie hilfreich er tatsächlich ist, werden die bereits genannten Forschungsinstanzen KIT, FZI und FZJ in den nächsten Jahren herausfinden.
Spannend wird es, wenn HELIA erst einmal bei den Visiten mit vor Ort ist, Wunden fotografiert und Vitalwerte misst, dokumentiert und schließlich ins KIS (Krankenhausinformationssystem) überträgt. Sie wird dann zudem Gesagtes auf dem Bildschirm anzeigen und die Technik im Patientenzimmer erklären.
Jetzt bleibt abzuwarten, wie die Patienten und Patientinnen HELIA annehmen werden. Nicht jeder ist schließlich von einem begleitendem Roboterhund auf der Station begeistert, auch wenn die für ihn zuständigen Wissenschaftler sich für dieses neue Forschungsprojekt in Würzburg begeistert zeigten.
Interessieren wird Sie vielleicht auch, dass HELIA von der Schweizer Firma ANYbotics entwickelt wurde und eigentlich ANYmal heißt. Im Einsatz sind die ANYmals, von denen es bereits 200 gibt, primär dort, wo es für Menschen gefährlich ist. Sie überwachen als Inspektionsroboter Ölplattformen, Windparks oder Stahlwerke. Ihr Einsatz in Kliniken ist Neuland „Da bei uns niemand mit einem Roboterhund rechnet, müssen wir am Eingang vor dem Hund warnen“, schmunzelt Astrid Schmieder. „Achtung, hier ist ein Roboterhund für Forschungszwecke im Einsatz!“ Prof. Dr. Astrid Schmieder ist Dermatologin und leitende Oberärztin der Klinik und Poliklinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie in Würzburg und freut sich riesig über den kommenden Einsatz ihres vierbeinigen Roboter-Kollegens.
Quelle: https://www.krankenhaus-it.de/item.4901/robotischer-assistenzhund-fuer-klinikprozesse.html – Veröffentlicht 23.01.2026 Kai Wehrs

