Du betrachtest gerade Der Fall Emilie Sagée: Phänomen Doppelgänger und Bilokation – Laborversuche zu Out-of-body-Erlebnissen

Der Fall Émilie Sagée ist eine der bekanntesten historischen Berichte über das Phänomen des Doppelgängers und der Bilokation. Die Geschichte handelt von einer französischen Lehrerin, deren angeblicher „Geisterzwilling“ im Jahr 1845 im heutigen Lettland von zahlreichen Zeugen gleichzeitig mit ihr gesehen wurde. Herzlichen Dank für die Recherche zum Thema Doppelgänger!

Liebe Leserschaft des UniWehrsEL,

Image Kai W.

Meine Recherche zu dem am Donnerstag, den 15.10.26, beginnenden Seminar, Doppelgänger: Identität im Duplikat, hat mich zu einer ganz besonderen Person geführt. Émilie Sagée wurde vermutlich um 1813 in Dijon, Frankreich, geboren (historische Nachforschungen legen nahe, dass es sich um eine Frau namens Octavie Saget gehandelt haben könnte). Sie war eine kompetente, intelligente und bei ihren Schülern beliebte Lehrerin. Dennoch hatte sie immense Probleme, eine dauerhafte Anstellung zu behalten: Bis zu ihrem 32. Lebensjahr hatte sie bereits 19 verschiedene Arbeitsplätze in 16 Jahren verschlissen, da sie überall aufgrund unheimlicher Vorkommnisse entlassen wurde. 

Die Vorfälle in Lettland (1845–1846)

Ihre berühmteste Anstellung trat Émilie Sagée 1845 am Mädchenpensionat Pensionnat von Neuwelcke in Livland (im heutigen Lettland) an. Kurz nach ihrer Ankunft begannen die rund 42 wohlhabenden Schülerinnen und das Personal, Sagée an zwei Orten gleichzeitig zu sehen (Quelle Reddit·r/nonmurdermysteries). Während Sagée vor einer Klasse von Schülerinnen mit dem Rücken zum Raum an die Tafel schrieb, tauchte plötzlich eine exakte Kopie von ihr direkt neben ihr auf. Dieser Doppelgänger ahmte ihre Bewegungen exakt nach, hielt jedoch keine Kreide in der Hand.

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Der spektakulärste Vorfall ereignete sich, als die Mädchen im Textilunterricht saßen und aus dem Fenster blickten. Sie sahen Sagée draußen im Garten Blumen pflücken. Im selben Moment trat die Lehrerin, die den Unterricht beaufsichtigte, kurz aus dem Raum. Plötzlich materialisierte sich Sagées Doppelgänger auf dem leeren Stuhl der Aufsichtsperson. Als einige mutige Schülerinnen vortraten und die Gestalt berührten, spürten sie einen leichten, stoffartigen Widerstand (wie dicke Spinnweben oder schweren Stoff), bevor die Erscheinung verblasste. Währenddessen wirkte die echte Sagée draußen im Garten lethargisch und bewegte sich wie in Trance. 

Sagée selbst konnte ihren Doppelgänger zu keinem Zeitpunkt sehen. Sie bemerkte die Präsenz nur indirekt: Immer wenn das Phantom erschien, fühlte sie sich extrem erschöpft, kraftlos und benommen. Es schien, als ob die Manifestation ihr die physische Energie entzog. Die Angst vor der Erscheinung führte dazu, dass besorgte Eltern ihre Kinder von der Schule nahmen. Die Schülerzahl sank innerhalb von 18 Monaten von 42 auf 12 Mädchen, weshalb der Direktor Sagée schließlich entlassen musste. 

Die gesamte Erzählung basiert primär auf den Erinnerungen einer einzigen Augenzeugin: Baroness Julie de Güldenstubbe, die zu dieser Zeit Schülerin in Neuwelcke war. Sie vertraute die Geschichte Jahre später dem US-amerikanischen Diplomaten und Spiritualisten Robert Dale Owen an, der sie 1860 in seinem Buch Footfalls on the Boundary of Another World veröffentlichte. Später wurde der Fall auch von bekannten Parapsychologen wie Camille Flammarion und Alexander Aksakow aufgegriffen. 

Bis heute gilt die Geschichte in der modernen Wissenschaft und Geschichtsschreibung als apokryph und historisch unbewiesen, da es außer der Zeugenaussage von Güldenstubbe keine offiziellen Dokumente oder Schulregister gibt, die die Existenz der Lehrerin oder die Vorfälle in Lettland unumstößlich belegen. 

Natürlich habe ich auch recherchiert was eigentlich Bilokation ist und erklärt bekommen: Unter Bilokation versteht man das parapsychologische oder religiöse Phänomen, bei dem eine Person zur gleichen Zeit an zwei verschiedenen Orten gleichzeitig gesehen oder wahrgenommen wird. Der Begriff leitet sich vom lateinischen bi (zwei) und locatio (Ort) ab.

Während eine Person physisch an einem festen Ort verweilt (oft in einem tranceartigen Zustand oder im Tiefschlaf), interagiert ihr sogenannter „Doppelgänger“ oder eine feinstoffliche Projektion an einem oft weit entfernten, anderen Ort mit der dortigen Umwelt. In der „Enzyklopädie des Islam“ las ich dann: „Das bekanntest Ereignis der Bilokation im Islam ist die Nachtreise. Auch von Imam Ali (a.) sind diesbezüglich einige Geschichten überliefert. Die Fähigkeit wird aber auch Zeitgenossen zugeordnet. So soll z.B. Ayatollah Bahdschat Fumani diese Fähigkeit besessen haben wie auch Imam Chomeini. Und von Imam Chamene’i wird Ähnliches berichtet. Die Fähigkeit wird oft mit dem Konzept Faltung der Erde bzw. Tay al-Ardh in Zusammenhang gebracht.“

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Es gibt verschiedene Formen der Bilokation. Die eine ist die religiöse Bilokation, sogenannte ‚Heiligenberichte‘. In der christlichen Mystik sowie im Buddhismus und Hinduismus wird Bilokation oft als spirituelle Gabe (Charisma) oder Wunder beschrieben. Der „projezierte“ Körper verhält sich meist völlig normal, spricht mit Menschen und verrichtet Aufgaben. Bekannte historische Beispiele sind Pater Pio oder der heilige Antonius von Padua, die angeblich nachweislich an Orten erschienen sein sollen, an denen sie physisch gar nicht sein konnten.

Dann las ich über die parapsychologische Bilokation und das Phänomen des Doppelgängers. Im Gegensatz zur religiösen Variante verläuft diese Form oft unbewusst und unkontrolliert ab – wie im Fall von Émilie Sagée. Die betroffene Person steuert das Phänomen nicht aktiv. Oft wirkt das Phantom stumm, mechanisch oder verblasst, wenn man versucht, es zu berühren. Die physische Person fühlt sich während der Manifestation oft extrem erschöpft oder verfällt in Trance.

Zudem gibt es außerkörperliche Erfahrungen, die Astralprojektion oder Astalreisen. Hierbei trennt sich das Bewusstsein (oder der Astralkörper) vom physischen Körper. Der Betroffene erlebt die Reise aus der Perspektive der projizierten Gestalt und kann sich im Nachgang an alles erinnern, während das Umfeld die Erscheinung manchmal gar nicht bemerkt.

Mich haben auch die wissenschaftlichen Erklärungsansätze interessiert. Ich las, dass die moderne Wissenschaft und Psychologie Berichte über Bilokation und Doppelgänger (auch bekannt als Autoskopie) ins Reich der neurologischen Fehlfunktionen einordnet. Es gibt Studien über neurologische Störungen. Fehlfunktionen im Gehirn, insbesondere im Bereich des temporoparietalen Übergangs (der für die Verarbeitung von Körperwahrnehmung und Raumgefühl zuständig ist), können dazu führen, dass Menschen ihren eigenen Körper von außen sehen oder die Präsenz eines exakten Zwillings spüren. Dies kann durch extremen Schlafmangel, Migräne, Epilepsie oder Schlaganfälle ausgelöst werden.

Andere Ansätze betonen psychologische Projektion und Stress oder erzählen über historische Fällen (wie bei Schulklassen). Da spielten oft Massenhysterie, optische Täuschungen oder die verzerrte Erinnerung von Zeugen nach vielen Jahren eine entscheidende Rolle.

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Die Wissenschaft greift bei außerkörperlichen Erfahrungen auf Laborversuche zurück. Wo Gläubige ein Wunder sehen, vermuten Neurologen eine Täuschung des körpereigenen Navigationssystems. Dem schwedischen Neurowissenschaftler Henrik Ehrsson (Karolinska-Institut) und dem Schweizer Forscher Olaf Blanke gelang es 2007 erstmals, sogenannte Out-of-Body-Experiences (OBE) bei völlig gesunden Menschen künstlich im Labor zu erzeugen. Dies kann man in der Zeitschrift Spiegel nachlesen.

Es gibt ein Virtual-Reality-Experiment. Ein Proband trägt eine 3D-Virtual-Reality-Brille. Hinter ihm steht eine Videokamera, die seinen Rücken filmt. Der Proband sieht durch die Brille also das Live-Bild der Kamera – er sieht seinen eigenen Rücken von hinten, so als stünde er zwei Meter außerhalb seines eigenen Körpers. Der Forscher berührt nun gleichzeitig mit zwei Plastikstiften den echten Rücken des Probanden und die Luft an der Position, wo sich der „virtuelle“ Körper (den der Proband durch die Brille sieht) befindet.

Das Ergebnis: Binnen Sekunden wird das Gehirn des Probanden ausgetrickst. Durch die synchrone optische und taktile Rückmeldung verschiebt sich sein Bewusstsein an den Ort der Kamera. Die Testpersonen schworen, sich physisch hinter ihrem eigentlichen Körper zu befinden – sie erlebten eine klassische Autoskopie. Als die Forscher mit einem Messer auf die Kamera (den virtuellen Standort) einschlugen, schoss der Stresslevel der Probanden in die Höhe, da das Gehirn diesen leeren Raum als das „echte Ich“ verteidigte.

Zum Phänomen des temporoparietalen Übergangs (TPJ) schreibt Spektrum.de, dass bei so genannten Out-of-body-Erlebnissen Menschen das Gefühl haben, den eigenen Körper von außen zu sehen. Laut neuen Erkenntnissen spielt das Gleichgewicht dabei eine Rolle.

Die Experimente bewiesen, dass unser Gehirn das Gefühl von „Ich bin hier in diesem Fleisch und Knochen“ permanent aktiv berechnen muss. Verantwortlich ist der temporoparietale Übergang (TPJ). Dieser Bereich fusioniert die Signale der Augen, der Haut und des Gleichgewichtsorgans. Kommt es dort zu einer Störung (durch künstliche Labortricks, extremen Schlafmangel, Migräne, Nahtoderfahrungen oder Epilepsie), gerät die Berechnung des Standorts durcheinander. Das Bewusstsein fühlt sich plötzlich vom Körper gelöst oder projiziert fälschlicherweise eine zweite Version des eigenen Körpers in den Raum – die neurologische Erklärung für den klassischen „Doppelgänger“.

Mit freundlichen Grüßen und Vorfreude auf das Seminar des Doppelgängers

Elisabeth