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Hinter manchen Disney-Figuren etwa „Peter Pan“ oder „Dimbo“ und süßen Tierchen wie „Bambi“ verbergen sich negative Darstellungen und nicht korrekte Behandlung von Menschen oder Kulturen. Verschiedene Streaming-Plattformen warnen inzwischen vor den Auswirkungen von „Stereotypen“. Dennoch entfernt Disney diese Filme nicht, sondern macht aus der Not eine Tugend und bietet sie an, „um aus ihnen zu lernen und Unterhaltungen anzuregen, die es ermöglichen, eine integrativere gemeinsame Zukunft ohne Diskriminierung zu schaffen“.  Disney selbst geht auf seiner Homepage näher darauf ein. So werden etwa in „Peter Pan“ (1953) Ureinwohner als „Rothäute“ bezeichnet oder in „Susi und Strolch (1955) gäbe es die Bösewichte „Si“ und „Am“, die antiasiatischen Stereotypen entsprächen. Dazu erreichte uns wieder ein Leserbrief.

Liebes UniWehrsEL,

Der Zeichentrickfilm Bambi war einer der ersten Disney-Filme, die ich als Kind mit meinen Eltern angeschaut habe. Zu dem Film hatte ich auch ein Bilderbuch, welches ich mir öfter angesehen habe als den Film. Mit dem Buch habe ich lesen gelernt. In diesem Doppelbuch war als zweites auch die Geschichte von Peter Pan abgedruckt. Diese mochte ich lieber als die Geschichte vom Wald und Bambi.

Deshalb war ich gestern erstaunt über die Überschrift von „Flick Flack“ über Bambi und die Nazis. Was konnten denn die Nazis gegen ein süßes ‚Rehkids‘ haben? So erfahre ich, dass der Autor Felix Salten jüdischer Abstammung war und in Wien neben anderen berühmten Künstlern wie Gustav Mahler lebte.

Sein Originalbuch ist eine Darstellung der Gesellschaft in Form von Waldtieren. Also in der Tradition von Fabeln wie z.B. Goethes Reineke Fuchs. Eine Fabel ist eine lehrreiche manchmal satirische Erzählung in Vers oder Prosa, in der Tiere nach menschlichen Verhaltensweisen handeln und in der eine allgemein anerkannte Wahrheit, eine praktische Lebensweisheit oder Ähnliches veranschaulicht wird.

Es ging also in dem Buch nicht um romantische Gefühle im Wald, sondern es fanden sich versteckte Botschaften darin wie eine Gesellschaft aufgebaut ist. Daher sahen die Nationalsozialisten dieses Buch als Kritik an ihrer Politik an und so landete es in logischer Konsequenz auf dem Scheiterhaufen. Mitten im Krieg in 1937 sicherte sich der Geschäftsmann Disney die Buchrechte und warb auch bei den Nationalsozialisten für sein Filmprojekt Bambi.

Deshalb ließ er satirische und gesellschaftskritische Andeutungen, die in dem Buch enthalten sind, einfach weg, um auch den deutschen Markt bedienen zu können. Disney trat mit dem Anspruch an, einen Film zu schaffen, der seine Zuseher vom Krieg für ein paar Stunden ablenken sollte, da war kein Raum für Satire.

Kennst du den Film Bambi oder hast du nur gefühlt Szenenzusammenschnitte gesehen, die Disney gezielt als Werbung streut?

  • Beitrags-Kategorie:Alltagskultur / Blog
  • Beitrag zuletzt geändert am:9. September 2021
  • Lesedauer:3 min Lesezeit