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Heute morgen beim Joggen unter optimalen Bedingungen in unserem Wald hatte ich wie so oft meinen erwünschten „Flow“. Dabei flog mir der Gedanke zu, „was ich der Welt Gutes tun könnte“. Dieser vage Gedanke verdichtete sich zu der Idee, Frau Dr. Wehrs wieder einmal einen Beitrag für das UniWehrsEL anzubieten. Selbstredend habe ich wie jeder von Ihnen sehr viele Ideen und „sah vor lauter Wald die Bäume nicht“. Aber das bringt nichts. Man kann nicht über „Alles“ reden, sondern nur über etwas “Bestimmtes”.

Was ist Gesundheit? Mit einem Anflug von Ironie kann man sagen, dass gesund der ist, der noch nicht oft genug untersucht worden ist. Etwas ernster kann man sagen, dass Gesundheit mehr ist als die Abwesenheit von Krankheit.

Es ist mir ein persönliches Anliegen, mich des Öfteren mit meiner körperlichen und geistigen Gesundheit zu befassen und auch demgemäß zu handeln. Stichwort: Salutogenese (Entstehung von Gesundheit vs. Pathogenese). Davon habe ich zum ersten Mal bewusst im Sommersemester 2009 im Seminar „Gesundheitspsycholgie“ bei Dr. Rolf Kühn gehört und war offenbar so beeindruckt, dass ich es verinnerlicht habe. Mir ist bewusst, dass ich diesen Begriff schon einmal in meinem Beitrag „Salutogenetische Bemühungen“ angerissen, jedoch nicht vertieft habe.

Was hat es nun mit VHS auf sich? Das sogenannte Kohärenzgefühl nach Aaron Antonovsky bedeutet die Fähigkeit eines Menschen, die Welt als zusammenhängend und sinnvoll zu erleben und vorhandene Ressourcen so zu nutzen, dass sie zu seiner Gesundheit und zum Wohlgefühl beitragen. Die Ausprägung und Stärke des Kohärenzgefühls hängt von der Lebenserfahrung eines Menschen ab, von der Gesellschaft, in der er lebt und der sozialen Rolle, die er einnimmt.

Die drei Elemente dieses Kohärenzgefühls sind:

  1. Gefühl der Verstehbarkeit (sence of comprehensibility)

– die Fähigkeit, die Umwelt so zu ordnen und zu strukturieren, dass sie sinnvoll interpretiert werden kann (konsistent, gleichmäßige, berechenbare Umwelt)

  1. Gefühl der Handhabbarkeit (sence of manageability)

– der Glaube an die eigene Stärke („ich schaffe das schon“) und die Überzeugung, Situationen und Probleme aktiv  bewältigen zu können (ausgewogene Belastung, lösbare Herausforderungen)

  1. Gefühl der Sinnhaftigkeit (sence of meaningfullness)

– Herausforderungen bewältigen zu wollen, weil es sinnvoll ist oder einen Sinn hat bzw. einen Sinn ergibt und Perspektiven eröffnet (Partizipation und sich selbst anzunehmen, sich bedeutsam und liebenswert zu erleben

Ich schließe nicht aus, dass viele unter Ihnen dies bereits gewusst haben, aber viele auch nicht. Jedem kann und soll man es auch sowieso nicht rechtzumachen versuchen (weil das bekanntlich erstens nicht geht und zweitens langweilig wäre).

Selbst wenn es für den einen oder anderen eine Wiederholung wäre, schadet das nach meiner Meinung nichts. Beim Schreiben dieses Gedankens fällt mir ein, dass ich bei Gelegenheit, wenn ich wieder Lust und Laune habe, etwas über Wiederholen bei-tragen könnte. Dass bereits den Römern zumindest die Wirkung dieses Vorgangs bewusst war, erkennt man am Sprichwort Repetitio est mater studiorum („Wiederholung ist die Mutter der Studien“), dessen Ursprung dem römischen Dichter Horaz zugeschrieben wird.

  • Beitrags-Kategorie:Blog
  • Beitrag zuletzt geändert am:3. August 2021
  • Lesedauer:3 min Lesezeit