Die Geschichte rund um die fiktive Kriminal-Schreibwerkstatt „Tatort Frankfurt – Welche Rolle spielt die Magie der Musik?“ erlebt mit Folge 43 einen dramatischen Wendepunkt. Sie erinnern sich, dass die Literatur- und Theaterwissenschaftlerin Claudia Elfriede seit der Halloween-Party im Kommunikationsmuseum spurlos verschwunden ist? (Teil XII … Mord im Kommunikationsmuseum; Ritter im Zweifel) Während dort die als Maria Callas verkleidete Leiche im Raum „Nachrichten“ lag, spitzt sich die Lage für Klatschreporterin Paula Pechstein und Kommissar Ritter dramatisch zu.
Die Entdeckung im Archiv

Neue Szene E. B.: Paula macht sich Sorgen um ihre Freundin Claudia Elfriede. Sie erinnern sich bestimmt an Folge XX Schreibwerkstatt „Tatort Frankfurt. Welche Rolle spielt die Magie der Musik?“, wo die beiden Freundinnen sich am Schauspiel Frankfurt trafen?
Trotzdem oder vielleicht gerade deshalb wühlt Paula sich durch alte Premierenberichte und Personalakten der Oper. Sie will ihre Freundin finden und gleichzeitig endlich diese Opernmorde klären und dabei ganz groß rauskommen – weg von dem Image als ‚Klatschreporterin‘. Bei weiteren Recherchen stößt sie auf den Fall eines hochbegabten, aber psychisch labilen ehemaligen Tontechniker am Staatstheater Darmstadt, namens Jakob. Der wurde vor Jahren nach einem Nervenzusammenbruch entlassen, hatte sich danach an der Oper Frankfurt beworben.

Was Paula nicht ahnt, auch Ritter und Burn hatten diese Spur schon einmal im Fall ‚Lazarus‘ verfolgt.
Paula liest weiter, warum er in Frankfurt abgelehnt wurde. Sein Wahn: Er leidet unter einer extremen Form von Amusie.
Sie erinnert sich an einen Artikel über Oliver Sacks und dem Wunder der Neurologie. Der bekannte Neurologe hat den Ohrwurm zu „Hirnwurm“ umgetauft und zu Amusie und Hochbegabung, zu Aphasie und Alzheimer, zu Synästhesie und Musiker-Dystonien Fallbeispiele erbracht. Danach hat Jakob der Tontechniker offenbar auch ein Problem mit Synästhesie. Für ihn sind alltägliche Geräusche im modernen Frankfurt (Verkehr, KI-Stimmen, Handylaute) physischer Schmerz. Nur die „reine, mathematische Perfektion“ klassischer Opernarien – insbesondere der Gesang von Maria Callas – kann sein Gehirn beruhigen.
Daraus schließt Paula: Er tötet nicht aus Hass auf die Frauen, sondern weil er versucht, die „perfekte Frequenz“ und den „ultimativen, reinen Schrei“ aufzunehmen, um den Lärm der Welt für immer zu übertönen. Jedes Opfer ist für ihn eine Note in einer makabren Symphonie.
Das Telefonat: Paula informiert Ritter
Szenebeschreibung D. W.: Paula eilt zum Bahnhof. Ein verregnetes Bahnhofsviertel

erwartet sie. Paula sitzt in ihrem Auto, das Notebook auf dem Schoß. Am anderen Ende der Leitung
meldet sich ein erschöpfter Kommissar Ritter, der sich inzwischen aus seinen verwirrenden Träumen bis ins Polizeipräsidium geschleppt hat.
Paula (atemlos): „Ritter! Vergessen Sie das Motiv Rache oder Eifersucht. Der Typ ist kein Beziehungstäter. Er ist ein Komponist, und die Toten sind seine Instrumente!“
Ritter (seufzt, reibt sich die Augen): „Paula, erzählen Sie mir etwas Neues! Ich habe gerade wieder eine Leiche und eine vermisste Literaturwissenschaftlerin – oder wissen Sie wo Claudia Elfriede ist? … Werden Sie konkret. Wer ist es?“
Paula: „Sein Name ist Adrian Voss. Genialer Akustiker. Er wurde vor drei Jahren gefeuert, weil er heimlich Mikrofone in den Logen installiert hat, um die Frequenzen menschlicher Angst zu messen. Er leidet unter akutem Kontrollwahn. Für ihn ist die Welt da draußen ein unerträgliches Chaos aus Lärm. Er glaubt, wenn er die perfekte, tragische Opernszene in der Realität nachstellt, kann er die ‚Magie der Musik‘ einfangen und seinen eigenen Kopf heilen.“
Ritter (horcht auf): „Nicht Ihr Ernst. Hatte er geträumt oder war es Realität? Hatte er in dieser entsetzlichen Nacht mit den zwei Burns nicht einen Toten gefunden? Lag da nicht an der Oper Frankfurt nach der Aufführung von Mozarts Così fan tutte hinter der Bühne ein Mann, den sie als Adrian Voss identifizierten? Und neben der Leiche, daran erinnert sich Ritter genau, lag eine zerbrochene Taschenuhr, deren Zeiger auf 23.15 Uhr standen. Aus einem Lautsprecher erklang ununterbrochen „Un’aura amorosa“. In Ritters Kopf dreht sich alles.
Wie durch einen Nebel dringt Paulas Stimme zu ihm: … „Ritter, hören Sie doch! Ich glaube, dass dieser Voss unsere Claudia Elfriede in seiner Gewalt hat! Und passen Sie auf: Elfriede ist für ihn nicht einfach ein Opfer. Sie ist das Gehirn, das er braucht. Er zwingt sie, das Libretto für sein ‚Meisterwerk‘ zu schreiben. Er glaubt, nur eine Expertin wie Elfriede kann die emotionale Tiefe der Tragödie so strukturieren, dass die Musik ihre volle, magische Wirkung entfaltet. Wenn Elfriede das Skript fertig hat, wird er sie inszenieren – und das überlebt sie nicht.“
Ritter (greift nach seiner Jacke): „Wo ist er, Paula?“ Und denkt verzweifelt, wer war dann dieser Voss, den ich tot aufgefunden habe … ? In seine sich überstürzenden Gedanken dringt Paulas Stimme: „Das ist das Problem. Seine Frequenzmessungen führen alle zu einem Ort, der akustisch komplett isoliert ist. Ein alter, unterirdischer Sende-Bunker aus dem Kalten Krieg unter dem Polizeipräsidium. Ritter – er ist genau unter Ihnen!“
Die Schreibwerkstätter sind sehr aufgeregt! Geht es Ihnen genauso? Welches Verwirrspiel zwischen Traum und Realität und ein Toter, der plötzlich unter dem gleichen Namen als potentieller Täter wieder auftaucht. Ist Ritter in Gefahl? Und wo ist I. Burn? Jetzt sind Sie wieder dran, liebe Lesende und Schreibende in unserem Opernkrimi am UniWehrsEL!


