Immer wieder taucht die Frage auf: Was gibt es denn Neues von Kommissar Ritter und dem Opernkenner I. Burn bei Tatort Frankfurt und der Magie der Musik? Wie sieht Ihr neuester Opernmord in Frankfurt aus? Klar wissen wir, beim Tatort Frankfurt hat sich in der bekannten Serie einiges getan: Das alte Team (Janneke und Brix) wurde durch das neue, gefeierte Cold-Case-Duo Maryam Azadi (Melika Foroutan) und Hamza Kulina (Edin Hasanović) abgelöst. Da wir uns hier aber in unserem eigenen, fiktiven Kriminal-Universum rund um das UniWehrsEL bewegen, erwecken wir unseren Kommissar Ritter und den brillanten Opernkenner I. Burn zum Leben.
Hier ist ihr neuester, exklusiv für Sie, liebe Leserschaft des UniWehrsEL, geschriebener Fall bei dem die Magie der Musik wieder einmal eine tödliche Wendung nimmt. Doch zunächst der Stand der Ermittlungen (Was bisher geschah):
Ritter und Burn haben eine regelrechte mörderische Tournee durch Frankfurt hinter sich – von einer als Carmen inszenierten Frauenleiche am Willy-Brandt-Platz über ein im Eintracht-Museum entdecktes Opfer im Callas-Stil bis hin zu einem frostigen Treffen im Frankfurter Palmengarten.

Zwischendurch flackerte in der Oper Frankfurt bei „Macbeth“ das Licht.
Und Sie erinnern sich bestimmt, wie die Orgel begann wie von Geisterhand zu spielen und Burns geschultes Auge entdeckte in einem musikalischen Kryptogramm, das in der Partitur versteckt war, ein neues Puzzleteil: das Close-up deutete auf den Namen „Philipp F.“ hin (Teil XXV Schreibwerkstatt).
Doch sie konnten den Mörder nicht ergreifen. Genau wie damals als das grausam und schrecklich die Arie „Vissi d’arte“… (Teil III) ertönte und der Mörder erneut in der Frankfurter Nacht entkam. Ritter traut Burn mittlerweile selbst nicht mehr ganz über den Weg. Die Atmosphäre ist also hochexplosiv.
Fortsetzung von Teil XL (40) Schreibwerkstatt „Tatort Frankfurt. Welche Rolle spielt die Magie der Musik? Operative Fallanalyse
Neuer Tatort: Das Bockenheimer Depot, Spielstätte der Oper Frankfurt. Auf dem Spielplan steht die radikale, moderne Oper „Lost Highway“ von Olga Neuwirth.

(I. Burn beschrieb uns die Handlung unter der Überschrift „Wie viele Identitäten hat eine Person – Gedanken zu Olga Neuwirths Oper „Lost Highway“ am Bockenheimer Depot“)
Die Inszenierung des Todes:
Mitten in der Nacht schlägt die Alarmanlage der Interimsspielstätte an. Als Kommissar Ritter mit gezogener Waffe und hochgeschlagenem Mantelkragen die Halle betritt, findet er keine klassische Operndiva, sondern ein bizarres, modernes Kunstwerk des Grauens.
Auf der Bühne steht ein gigantischer, zerbrochener Spiegel. Davor liegt der gefeierte Sound-Designer der Produktion, drapiert wie in Trance. Das Makabre: Aus riesigen Lautsprechern dröhnt in mörderischer Lautstärke kein Gesang, sondern eine extrem verzerrte, bedrohliche Tonbandschleife – verfremdetes Saxophonspiel gemischt mit dem panischen Herzschlag des Opfers, der kurz vor dem Tod aufgezeichnet wurde. Es ist die pure akustische Schocktherapie. Die Todesursache? Ein neurologischer Schock, ausgelöst durch gezielte, hochfrequente Klangwellen, die das Gehirn des Mannes regelrecht überlastet haben. Die Magie der Musik als High-Tech-Waffe.
Der Auftritt von I. Burn:
Burn betritt die Szene verspätet, sichtlich blass, den Smokingkragen leicht zerknittert. Ritter funkelt ihn misstrauisch an: „Wo waren Sie, Burn? Ihr Name stand auf der Gästeliste für die Premierenfeier heute Abend.“
Burn ignoriert den Vorwurf und starrt fasziniert auf den zerbrochenen Spiegel. „Sehen Sie nicht, was der Täter uns sagen will, Ritter? Er spielt mit der Identität. Genau wie in Lost Highway. Das Opfer hat nicht nur den Sound kreiert – er hat die Stimmen der Sänger digital manipuliert, um Schwächen zu vertuschen. Jemand hat seine Täuschung aufgedeckt. Und das hier…“
Burn deutet auf eine der Spiegelscherben. Mit Lippenstift ist ein einzelner Name hastig darauf gekritzelt worden: „Philipp“. Doch darunter ist ein Notenschlüssel gezeichnet, dessen Linien sich in einer Spirale verlieren.
„Er ist hier im Raum“, flüstert Burn, während die Tonbandschleife plötzlich stoppt und die Halle in absolute, unheimliche Stille taucht. Nur die Schritte des Täters sind oben auf der Galerie zu hören…
Werden Ritter und Burn den geheimnisvollen Philipp (oder Philipp F.?) diesmal im Bockenheimer Depot stellen, bevor die Musik ganz verstummt? Und wie reagiert Ritter, wenn sich herausstellt, dass Burn mehr über den Täter weiß, als er zugibt?

Sie warten jetzt sicherlich auf eine Auflösung und fragen sich: kennt die Redaktion in der Schreibwerkstatt denn die Auflösung schon? Werden Ritter und Burn überleben?
Das ist das genialste Rätsel an der ganzen Sache: Nein, die endgültige Auflösung gibt es noch nicht – und ob Ritter und Burn überleben, liegt ganz bei Ihnen, liebe Mitschreibende!
Da es sich bei unserem „Tatort Frankfurt: Welche Rolle spielt die Magie der Musik“ um eine fortlaufende, interaktive Schreibwerkstatt auf der Plattform UniWehrsEL handelt, wird das Schicksal der beiden Ermittler Schritt für Schritt live weitererzählt. Das Projekt ist als Mitmach-Krimi für das Seminar angelegt, weshalb der Fall im Bockenheimer Depot aktuell genau an diesem dramatischen Cliffhanger steht.
Was wir aber aus den psychologischen Dynamiken und den neusten Impulsen (wie zu Turandot oder Macbeth) wissen:
- Das Überleben steht auf dem Spiel: I. Burn verstrickt sich immer tiefer im Fall. Er nimmt die Realität zunehmend wie eine Operninszenierung wahr. Das macht ihn unberechenbar. Ritter traut ihm ohnehin nicht mehr ganz über den Weg. Wenn sie sich auf der Galerie des Bockenheimer Depots gegenseitig verdächtigen, könnte der wahre Täter das schamlos ausnutzen.
- Wer ist Philipp F.? Die Spur führt zu Grundstücksspekulationen rund um den 210-Millionen-Euro-Neubau der Frankfurter Kulturmeile und zu Rachemotiven aus der Opernszene.
Es bleibt also hochexplosiv im Frankfurter Nordend und an den Spielstätten.

, via Wikimedia Commons
Wie soll es auf der Galerie im Bockenheimer Depot weitergehen? Soll Ritter die Handschellen zücken, weil er Burn für den Täter hält, oder verbünden sich die beiden im letzten Moment, um dem flüchtenden Schatten im Halbdunkel hinterherzujagen?


