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Kann man Gut und Böse eigentlich trennen? Der Wissenschaftler Henry Jekyll schreitet zum Eigenexperiment. Was dabei herauskommt kennt inzwischen so ziemlich jeder. Das böse Alter Ego Edward Hyde versetzt ganz London in Angst und Schrecken. Die Adaptionen des Romans von Robert Louis Stevenson sind gleichermaßen populär. Sowohl die Uraufführung eines Musicals 1990 in Texas, als auch die Broadway-Premiere 1997 genau wie die deutsche Übersetzung zwei Jahre später mit Ethan Freeman in der Hauptrolle oder die Wiener Premiere sorgten für Aufsehen. Im Darmstädter Staatstheater punktete Alexander Klaws in der Rolle des Mannes mit den zwei Gesichtern. Klar, dass die Beschreibung dieses Januskopfes der Dualität der Zwiespältigkeit, die besagt, dass allem Guten auch immer etwas Böses innewohnt, auch im UniWehrsEL nicht fehlen darf. Immerhin haben wir ja unseren Kulturbotschafter, der uns auch in der Pop- und Musicalkultur auf dem Laufenden hält. Herzlichen Dank dafür.

Liebes UniWehrsEL,

Jekyll and Hyde ist eine Schauergeschichte von Robert Louis Stevenson von 1886. Sie trägt den Titel „Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde“. In dieser Grundlage gibt es die Frauenrollen Lisa, die Verlobte von Dr. Jekyll, und die Prostituierte Lucy nicht. Erzählt wird die Story des Arztes Dr. Jekyll aus Sicht des guten Freundes Gabriel John Utterson. Durch die Recherche von Utterson stößt dieser bei seinem Freund auf die zwei Persönlichkeiten, Dr. Jekyll und Mr. Hyde. Stevenson schrieb aber nicht nur Horrorliteratur, sondern auch “Die Schatzinsel“, den großen Abenteuerroman. 

In seiner Persönlichkeitsstudie zu Gut und Böse beschäftigt sich Stevenson anhand der Doppelfigur Dr. Jekyll und Mr. Hyde mit der Tugend und dem Laster. Dr. Jekyll gibt als Stütze der Gesellschaft, weil er sich als Arzt für die Schwächeren der Gesellschaft einsetzt. Dagegen ist Hyde ein Zyniker, der gotteslästerliche Reden schwingt und möglicherweise ein Mörder ist. Für den Anwalt Utterson ist es unverständlich, wieso eine integre Person wie Dr. Jekyll einfach verschwinden kann und sein Vermögen dem Zyniker Hyde hinterlässt. Deshalb geht er der Angelegenheit in seiner Rolle als Rechtsanwalt nach.

Eine Rache an der Gesellschaft bzw. mehrere Morde an einem Gremium, finden in der Originalstory von 1886, anders als im Musical von Leslie Bricusse, Frank Wildhorn nicht statt. Das Musical ist also eine Abwandlung des ursprünglichen Buchs.

Das Thema „Rache“ bietet auf der Bühne immer wieder neue Spielarten an. So z.B. auch das Musical Jekyll & Hide. Es läuft gerade am Staatstheater Darmstadt und wird auch in der kommenden Spielzeit aufgrund des großen Erfolgs wieder aufgenommen. Es wird daher jede Menge Gelegenheiten geben, diesen Rachetrip eines Arztes sich anzuschauen. Ich habe die Vorstellung am 28.04. besucht und freue mich über Ihre Gedanken zum Stück, besonders in Bezug auf Rache sowie Rollenbildern von Männern und Frauen.

Der junge talentierte Arzt Dr. Jekyll will Fördergelder von einem Gremium hochangesehener Bürger z.B. ein Bischof, eine Lady für ein Medizinprojekt. Voller Begeisterung berichtet er von seinen Experimenten. Jedoch hat das Gremium ethische Bedenken gegen seine Forschung. Sie verweigern ihm die Fördergelder. Seinen Frust unterdrückt Dr. Jekyll. Er selbst sieht sich als Universalgelehrter, der das Böse und das Gute voneinander trennen will. Er fühlt sich von allen Seiten im Stich gelassen und fängt seine Forschung in Eigenregie an. Dabei spritzt er sich seine Medizin selbst. Heraus kommt ein Mittel, dass seine Persönlichkeit verändert. Mr. Hide entsteht. Doch verändert das Mittel wirklich seine Persönlichkeit oder war sie nicht schon vorher egoistisch und grenzüberschreitend?

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Herzlichen Dank für die Impression von Gut Und Böse von John Hain auf Pixabay!